PNN: Christian Prochnow bei Triathlon-WM-Serie in Hamburg

das Rennen wird am Sonnabend, den 16.7., live im ZDF ab 14:00 Uhr übertragen.) Er gilt in Fachkreisen europaweit als schönster und interessantester Wettkampf – am Wochenende gehen in Hamburg abermals zahlreiche Triathleten aus mehreren Ländern an den Start. Innerhalb der „Dextro Energy Triathlon ITU World Championship Series 2011“ wird der fünfte Wettkampf der WM-Serie an der Alster ausgetragen – und Potsdam ist mit zwei Athleten vertreten. Vom Team Triathlon Potsdam wird Christian „Paule“ Prochnow an den Start gehen, vom Zeppelin-Team kämpft Gregor Buchholz um einen vorderen Platz.

„Ich habe beste Erinnerungen an Hamburg“, sagt der 25-Jährige, der sich im Jahr 2007 den Titel als U 23-Weltmeister in der Hansestadt erkämpfen konnte. „Inzwischen ist es schon mein vierter Auftritt in Hamburg und es macht immer wieder Spaß, dort an den Start gehen zu können. Tausende Fans säumen die Strecke und feuern dich an, das Wasser der Alster ist angenehm und das Wetter stimmt zumeist auch immer.“

Allerdings kann Buchholz, der inzwischen am Bundesstützpunkt in Saarbrücken trainiert und auch seinen Wohnsitz gen Süden verlegt hat, in diesem Jahr etwas lockerer an den Start gehen. Der Grund: In vier Wochen steht bereits die nächste Station der WM-Serie auf dem Programm und dann geht’s um alles – in London werden die begehrten Olympia-Tickets vergeben. Drei Nominierungen stehen Deutschland zu, um zwei von ihnen kämpfen die Triathleten in Englands Hauptstadt. „Nicht, dass ich mich in Hamburg schonen werde“, sagt Buchholz. „Das ist man sich selbst und schließlich auch den Fans schuldig. Ich werde natürlich alles geben, um vorn mit dabei zu sein. Aber ich werde eben in Hinblick auf London sehr auf meinen Körper achten.“

Das sieht Christian „Paule“ Prochnow nicht anders. Der Olympia-15. von 2008 tritt bereits zum siebten Mal in Hamburg an und kam dort unter anderem zweimal auf den fünften Platz. „Ich will mit vorn dabei sein, aber das Ganze wird nicht überbewertet“, sagt der Potsdamer. „Ich habe jedenfalls gut trainiert und gehe ordentlich vorbereitet an den Start.“ Auch für ihn steht London obenan und für ein Olympia-Ticket nimmt er einige Strapazen in Kauf. Direkt von Hamburg aus geht es weiter ins Trainingslager nach Kienbaum, wo dann die unmittelbare Wettkampfvorbereitung stattfindet. Ausruhen ist allerdings auch danach nicht angesagt: Nach London geht die WM-Serie in Lausanne (Schweiz) weiter, bevor die Wettkämpfe in Peking und Yokohama den Abschluss bilden.

Zuvor steht aber am Wochenende erst einmal Hamburg an – für Potsdams Trainer Ron Schmidt „der geilste Triathlon der Welt“. „Tausende Zuschauer, eine große Medienpräsenz und dazu kommt, dass es eine recht einfache, weil gerade Strecke ist“, so der Coach. Der Wettkampf wird über die Olympische Distanz ausgetragen: 1,5 km Schwimmen in der Alster, danach 40 km Radfahren entlang der Elbchaussee und ein Zehn-Kilometer-Lauf an der Alster. Den Sieger erwartet schließlich ein spektakulärer Zieleinlauf auf dem Rathausmarkt. 

MAZ: Europameisterschaften im nordspanischen Pontevedra

„Das muss man sich erst mal antun“, sagt Cheftrainer Ron Schmidt von Triathlon Potsdam mit Blick auf die Europameisterschaften, die am Wochenende in Pontevedra ausgetragen werden. Triathlon und Tumult gehören in der nordspanischen Stadt zusammen. Denn die Gemeinde hat einen Volkshelden und feiert ihn frenetisch wie es sich gehört – den mehrfachen Weltmeister Francisco Javier Gómez Noya.
„Eine Wahnsinnskulisse beim Laufen in der Altstadt wird das. Die Fans rücken einem in den Gassen ganz dicht auf die Pelle“, läuft Sophie-Elisabeth Drews ein leichter Schauer über den Rücken. Den Wechsel der Sportarten hat die 18-Jährige übrigens mit dem spanischen Weltmeister gemein, da beide einst Schwimmer waren. Nun steht die Juniorin vor ihrem ersten großen internationalen Wettkampf. Im Einzel misst sie sich am Sonnabend mit ihren Konkurrentinnen im Sprint aus 750 m Schwimmen, 20 km Radfahren und 5 km Laufen. „Sie peilt den Einzug unter die besten Acht an“, sagt Schmidt. Gerade ließ Sophie Drews in Cremona/Italien ihr Talent aufblitzen – mit Platz zehn im Elitefeld der Frauen. Die Fahrkarte für ihr erste Junioren-Europameisterschaft löste die Sportschülerin Drews, die sich zuletzt in Ingolstadt im Trainingslager auf den Kontinentalvergleich vorbereitete, bereits vor fünf Wochen im Deutschland-Cup in Halle/Saale. Sophie Drews scheut auch tags darauf nicht die Doppelbelastung, die vor ihr liegt. „Ich absolviere auch den Start mit der Staffel“, so die gebürtige Weimarerin, die 2008 nach Potsdam gewechselt war. „Bei einem gutem Abschneiden winkt sogar das WM-Ticket“, so Schmidt.
Teamgefährte Franz Löschke (22) ist am Samstagabend bei den Männern über die olympische Distanz (1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen) gefordert. Der U-23-Weltmeister von 2009 muss sich dort beispielsweise des britischen Brüderpaares Alistair und Jonathan Brownlee erwehren. Alistair Brownlee katapultierte sich erst vor Wochenfrist beim Lauf in Kitzbühel an die Spitze des WM-Rankings. Von den nationalen Rivalen geht Daniel Unger (Weltmeister 2007) an den Start. „Franz soll erneut Punkte für das internationale Rankingsystem sammeln, damit wir ihn wenigstens einmal in die diesjährige WM-Serie hineinbekommen“, hofft Trainer Ron Schmidt. „Wenn alles gut läuft, könnte sich Franz in die Top 15 einreihen.“ Jubel in der engen Altstadt von Pontevedra ist den beiden Potsdamern gewiss. (Von Ralf Thürsam)MAZ:  

PNN: Potsdams Triathleten starten nun bei der Europameisterschaft in Pontevedra

Wenn Sophie-Elisabeth Drews heute den Flieger nach Spanien besteigt, hat sie schon einige Trainingseinheiten am frühen Morgen hinter sich. Das soll auch so sein, denn sie hat sich große Ziele gesetzt. In Pontevedra, im Nordwesten Spaniens, startet die 18-Jährige bei ihrer ersten Junioren-Europameisterschaft im Triathlon und wird dabei von ihrem Teamkollegen Franz Löschke begleitet. Beim Wettkampf über die Sprintdistanz von 750 m Schwimmen, 20 km Radfahren und dem abschließenden Fünf-Kilometer-Lauf wollen die beiden Dreikämpfer des neuen Teams Triathlon Potsdam ein gehöriges Wörtchen mitreden.
Sophie-Elisabeth Drews tritt mit dem ganz klaren Ziel an, bei der JEM das Ticket für die Junioren-WM zu lösen. Dafür müsste sie in Pontevedra unter die besten Acht kommen und gleichzeitig mindestens zweitbeste Deutsche sein. Kein leichtes, aber machbares Unterfangen, wie sie selbst einschätzt.
„Mit Annika Vössing aus Nordrhein-Westfalen konnte ich ja schon beim Deutschland-Cup vor fünf Wochen in Halle eine der Hauptkonkurrentinnen bezwingen“, erzählt die gebürtige Weimarerin, die 2009 vom Schwimmen zum Triathlon wechselte und seitdem an der Potsdamer Eliteschule des Sports lernt. In Halle löste sie auch das Ticket für die Junioren-EM. „In Spanien muss ich neben ihr aber auch auf Hanna Philippin aus Baden-Württemberg und Marlen Gomez-Islinger aus Bayern achten.“
Bestens vorbereitet geht die einstige Schwimmerin in jedem Fall an den Start. Beim Trainingslager in Ingolstadt wurden kürzlich die Grundlagen geschaffen und vor allem Potsdams Trainer Ron Schmidt zeigte sich beeindruckt von der Leistung der Damen. „Eine dermaßen starke Frauenmannschaft haben wir noch nie gehabt“, versichert der Coach, der dennoch keine Bedenken hat, seinen Schützling ganz weit vorn zu sehen. „Anfangs stand bei Sophie noch das Problem der Belastbarkeit. Inzwischen hat sie aber intensiv trainiert und sich im Laufen und ihrer komplexen Leistung stark verbessert. Im vergangenen Jahr wurde sie Deutsche Staffelmeisterin – ich bin sehr optimistisch.“
Ron Schmidt kennt die zumeist verregneten Strecken in Pontevedra zur Genüge und hat seine beiden Athleten gut darauf eingestellt. Während die Radstrecke einen kleinen Anstieg hat und weniger anspruchsvoll ist, führt die bergige Laufstrecke durch die schöne Altstadt der 1200 vor Christi gegründeten spanischen Stadt, in der der mehrfache Triathlon- Weltmeister Javier Gomez geboren wurde. Und so wundert der Fanatismus der Anwohner kaum, die das Athletenfeld in den engen Gassen stets frenetisch anfeuern. „Auf dieses Erlebnis freue ich mich besonders“, sagt Sophie-Elisabeth Drews, die sich mit einer guten Platzierung nicht zuletzt auch den Kaderstatus mit den damit verbundenen Vorzügen sichern will.
Diesen hat Franz Löschke schon längst in der Tasche. Der U 23-Weltmeister von 2009 ist nach Ansicht seines Trainers in guter Form: „Allerdings hat er sie in diesem Jahr noch nicht ganz abgerufen“, schätzt Schmidt ein. In Pontevedra wird Löschke im Männerbereich auf der Olympischen Distanz über 1,5 km Schwimmen, 40 km Rad und 10 km Laufen auf die stärkste internationale Konkurrenz treffen. Seine Schwimmleistung hat sich deutlich verbessert und auch im Laufen sollte er konkurrenzfähig sein. „Ich denke an eine Top-15-Platzierung“, sagt der 22-Jährige. Seinem Coach jedoch ist das zu wenig: „Der schafft sicherlich die Top-Ten.“